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Dienstag, 22. März 2011


Nachdem die EU beschlossen hat, für die Balkanländer die Visumspflicht abzuschaffen, rechnet man in Deutschland mit einer steigenden Immigrantenzahl, vor Allem aus den Balkanländern. Natürlich muss diesen Menschen in Deutschland die Chance gegeben werden, sich hier ein neues Leben aufzubauen, wozu oft die Asylheime dienen. 

Die Regierung versucht, diese Asylheime so zu gestalten, dass möglichst viele Asylbewerber im selben Heim untergebracht werden können, weil das einfach einen kleineren bürokratischen Aufwand darstellt. Nun ist auch der Landkreis Landshut in der Pflicht, Asylbewerber aufzunehmen. Schnell schien deutlich zu sein, dass das ehemalige Seniorenheim in Geisenhausen dafür ideal geeignet ist. Dieses Seniorenheim war ursprünglich für rund 95 Bewohner vorgesehen, jetzt werden aber Zahlen laut, dass 120 + X Asylbewerber in diesem Heim ein Zuhause finden sollen, manch einer spricht sogar von bis zu 180 Einwohnern. Dass auf eine Gemeinde wie Geisenhausen, die lediglich 6000 Einwohner hat, die Masse von 180 Asylanten eine Relation von 33 : 1 darstellt, sieht die Regierung nicht als Problem. Das Beispiel Schöllnstein, einem Ort mit 70 Einwohner, auf die nun 90 Asylanten kamen, nimmt die Regierung als Paradebeispiel, dass auch kleine Orte mit großen Asylantenzahlen gut zurecht kommen können. 

Dass Geisenhausen der Auffangplatz für 180 Asylanten werden soll, ist zwar momentan noch nicht beschlossene Sache, doch verbleibt der Gemeinde Geisenhausen nur noch ein Zeitraum von zwei Wochen, um über Bürgerinitiativen zu versuchen, dagegen etwas zu unternehmen. Dabei sei deutlichst gesagt, dass niemand in Geisenhausen gegen Asylbewerber im Allgemeinen ist, es ist lediglich die enorm große Anzahl an Asylanten, die den Einwohnern hier Sorge bereitet. 

Deshalb hat man in Geisenhausen eine Bürgerinitiative gegründet. Das Ganze passierte natürlich spontan, da man sehr kurzfristig über dieses Projekt "Asylheim" informiert wurde. Jetzt muss es schnell gehen, denn der Vertrag mit dem Eigentümer des ehemaligen Seniorenheimes soll in schon zwei Wochen unterschrieben werden. Aus diesem Grund wurde am Donnerstag von einigen Bewohner aus Geisenhausen beschlossen, dass man einen Infoabend veranstaltet und Ideen sammelt, was man denn jetzt unternehmen kann. Der Abend fand enormen Zuspruch  und man beschloss, eine Unterschriftenaktion zu starten, einen Lichtermarsch auf die Beine zu stellen, der noch einmal demonstrieren soll, dass man nichts gegen Asylbewerber, aber aufgrund der großen Masse an Asylanten doch Bedenken hat. Diese Bedenken sind zum Einen,  was 180 Menschen, die in ihrem ganzen ersten Jahr in Deutschland nicht arbeiten dürfen, denn in einem Ort wie Geisenhausen den ganzen Tag über tun sollen?

 Die Regierung schlägt hier wie am Beispiel Schöllnstein vor, dass diese Asylanten bei der Gemeindearbeit, wie etwa beim Bauhof, gegen einen kleinen Lohn mitarbeiten können. Jedoch wird es schwer durchsetzbar sein, im kleinen Geisenhausen 180 Leute, unter Anderem vereinzelt Frauen und Kinder, nur für Gemeindearbeit gewinnen zu können. Nachdem in Geisenhausen kein allzu großes Freizeitangebot besteht, bieten sich hier wirklich wenige Möglichkeiten für die Asylbewerber, ihre Zeit sinnvoll zu verbringen.
Zum Anderen ist man natürlich darüber besorgt, dass 180 Menschen auf engem Raum 24 Stunden am Tag gemeinsam verbringen sollen, obwohl sie einen völlig unterschiedlichen ethnischen Hintergrund haben und dies zu Konflikten führen kann. 

Man wird auch versuchen, an die zuständigen Politiker heranzutreten, um ihnen die Meinung der Bürger deutlich zu machen. Im Gespräch ist ebenfalls eine Veranstaltung wie im Rahmen von „Jetzt red i!“, bei der die Politiker auf die Fragen und Ängste der Bevölkerung eingehen können. 

Von Politikern hört man schließlich oft mit einem gewissen vorwurfsvollen Unterton, dass sich die Bürger mehr politisch einbringen sollen, vor Allem die junge Generation. Und aus eben diesem Grund wurde diese Bürgerinitiative nun ins Leben gerufen.

Oft wird laut, dass das Asylantenheim Geisenhausen so gut wie eine beschlossene Sache ist. Um dies jetzt noch verhindern zu können, braucht Geisenhausen jetzt das Engagement seiner Bürger. Man kann hoffen, dass die Politiker, die gerade den Jungen oft vorhalten, man solle sich politisch mehr engagieren, jetzt genau die sind, die sich die Meinung der Jüngeren auch anhören und nicht darüber hinwegsehen und an ihrem Konzept und ihren Meinungen unverändert Stand halten. 

Die Bürgerinitiative in Geisenhausen stellt also auch eine Chance für Politiker dar, dass sie nicht nur vorgegeben, volksnah zu sein, sondern tatsächlich auf die Interessen der Bürger eingehen, denn das ist Voraussetzung, wenn man von Bürgern fordert, politisches Engagement zu zeigen. 

Manuela Wagenbauer

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